Bei USA-eSIMs steht in jeder Tarifbeschreibung “5G”, und die Preise sehen auf den ersten Blick übersichtlich aus. Beides verdient einen ehrlichen zweiten Blick: Das 5G-Logo sagt nichts über den Empfang auf deinem Roadtrip, und die USA sind bei den bekannten Anbietern eines der teureren eSIM-Ziele. Der Reihe nach, Stand 26.10.2026, Nachteile zuerst.
Nachteile zuerst: das Preisniveau
Bei den bekannten Namen bleiben die USA teuer: Dieselben 10 GB für 30 Tage, die für Thailand bei Nomad 8,93 Euro kosten, kosten für die USA bei Saily 20,49 Euro und bei Airalo 21,00 Euro (Stand: 26.10.2026, Quellen: Anbieterseiten). Bewegung gibt es trotzdem. Nomad hat seine USA-Preise kräftig gesenkt und verlangt für 10 GB jetzt 11,61 Euro, und Roamic, neu in unserem Vergleich, liegt mit 7,99 Euro noch darunter. Die 20- und 50-GB-Tarife von Nomad sind am Prüftag als Aktionspreis markiert, die Aktion kann also jederzeit enden. Dazu hat Nomad seine längeren Unlimited-Tarife gestrichen: Unbegrenzt gibt es dort nur noch für 3, 5 und 7 Tage.
Zur Währung: Alle acht Anbieter zeigen deutschen Besuchern Euro-Preise an, Jetpac allerdings erst nach Umstellung im Währungswähler der Seite. Bis Juli 2026 rechneten Airalo, Nomad und Saily noch in US-Dollar ab, du musstest also den Wechselkurs deiner Bank und ein Fremdwährungsentgelt von 1 bis 2 Prozent mit einkalkulieren. Das entfällt jetzt, alle Preise in diesem Artikel und im eSIM-Index sind von den Anbieterseiten übernommene Euro-Listenpreise ohne Rabattcodes.
Die Tarife im Vergleich
| Anbieter und Tarif | Preis | GB | Hotspot | Fair-Use | Der Haken |
|---|---|---|---|---|---|
| Roamic 1 GB, 7 Tage | 1,99 € | 1 | ja | festes Volumen | bei Navigation im Roadtrip in 2 Tagen weg |
| Roamic 10 GB, 30 Tage | 7,99 € | 10 | ja | festes Volumen | nur USA, keine Abdeckung in Kanada oder Mexiko |
| Nomad 10 GB, 30 Tage | 11,61 € | 10 | ja | festes Volumen | AT&T und Verizon, kein T-Mobile |
| Ubigi 10 GB, 30 Tage | 14,00 € | 10 | ja | festes Volumen | nur T-Mobile-Netz, dafür mit Puerto Rico und Amerikanischen Jungferninseln |
| Yesim 10 GB, 30 Tage | 14,00 € | 10 | laut Yesim abhängig vom Betreiber | festes Volumen | Hotspot nicht zugesagt |
| Jetpac 10 GB, 30 Tage | 18,50 € | 10 | ja | festes Volumen | Aktionspreis am Prüftag, nur T-Mobile |
| Roamic Unbegrenzt, 7 Tage | 18,99 € | unbegrenzt | ja | 3 GB pro Tag, dann 1 Mbit/s | Drosselregel nur als allgemeine FAQ-Angabe |
| Saily 10 GB, 30 Tage | 20,49 € | 10 | ja | festes Volumen | Netz wird auf der Seite nicht ausgewiesen |
| Nomad Unbegrenzt, 7 Tage | 20,53 € | unbegrenzt | ja | 2 GB pro Tag, dann 1 Mbit/s | kleinstes Tageskontingent, nicht länger als 7 Tage buchbar |
| Airalo 10 GB, 30 Tage | 21,00 € | 10 | laut Airalo-Hilfe ja | festes Volumen | teuerster 10-GB-Tarif im Vergleich |
| Holafly Unbegrenzt, 7 Tage | 25,50 € | unbegrenzt | 1 GB pro Tag | keine Grenze offengelegt | Hotspot für Roadtrip-Gruppen zu knapp |
| Nomad 50 GB, 30 Tage | 26,78 € | 50 | ja | festes Volumen | Aktionspreis am Prüftag |
| Roamic 50 GB, 30 Tage | 37,99 € | 50 | ja | festes Volumen | nur USA, keine Abdeckung in Kanada oder Mexiko |
| Saily Unbegrenzt, 15 Tage | 40,99 € | unbegrenzt | laut Seite ja, laut AGB kein Dauer-Tethering | 5 GB pro Tag, dann 1 Mbit/s | Drossel macht abends Streaming zäh |
| Yesim Unbegrenzt, 30 Tage | 45,00 € | unbegrenzt | laut Yesim abhängig vom Betreiber | keine GB-Grenze genannt | Partnernetz darf drosseln, ab wann bleibt offen |
| Ubigi Unbegrenzt, 30 Tage | 62,00 € | unbegrenzt | ja | 60 GB volle Geschwindigkeit, dann 2 Mbit/s | hoher Preis, nur T-Mobile-Netz |
Stand: 26.10.2026, Quellen: roamic.com, nomadesim.com, cellulardata.ubigi.com, yesim.app, jetpacglobal.com, saily.com, airalo.com, esim.holafly.com. Alle Preise sind Euro-Listenpreise der Anbieter ohne Rabattcodes, umgerechnet ist nichts. Alle Tarife mit Preis pro GB stehen im eSIM-Vergleich für die USA.
Zum Kleingedruckten in der Tabelle: Saily nennt für die USA inzwischen das Tageskontingent seiner Unlimited-Tarife, 5 GB pro Tag, danach 1 Mbit/s bis Mitternacht Ortszeit. Gleichzeitig wirbt Saily auf der Länderseite mit unbegrenztem Hotspot und verbietet in den AGB für Unlimited-Tarife “übermäßiges Tethering über die gelegentliche persönliche Nutzung hinaus”; diesen Widerspruch weisen wir weiter aus. Airalo nennt für die USA jetzt ebenfalls eine Drossel, 5 GB pro Tag und danach 1 Mbit/s, und erlaubt den Hotspot laut Hilfeartikel pauschal für alle eSIMs, sofern Gerät und Netz mitspielen. Roamic und Jetpac nennen 3 GB pro Tag und danach 1 Mbit/s nur als allgemeine Angabe auf der Länderseite. Yesim nennt keine GB-Grenze, laut Hilfeseite können aber die Partnernetze nach einem nicht genannten Kontingent drosseln.
5G ja, aber nicht überall: die Funkloch-Wahrheit
Alle Anbieter im Vergleich werben für die USA mit 5G. Das stimmt für die Städte und die großen Korridore. Die ehrliche Ergänzung: Die USA sind riesig, und die Netzabdeckung wird dort in “Bevölkerungsabdeckung” gemessen, nicht in Fläche. Zwischen den Städten, auf Nebenstraßen im Westen und in vielen Nationalparks gibt es Abschnitte ganz ohne Empfang, egal welcher Anbieter auf deiner eSIM steht.
Prüfe deine Route vor der Buchung selbst auf der offiziellen FCC-Abdeckungskarte (fcc.gov). Dort siehst du je Netzbetreiber, wo 4G und 5G tatsächlich ausgewiesen sind (Quelle: FCC, von uns im Juli 2026 geprüft). Und lade Offline-Karten für die Etappen dazwischen.
Welches US-Netz du bekommst, entscheidet dein eSIM-Anbieter: Ubigi und Jetpac buchen dich bei T-Mobile ein, Airalo bei T-Mobile und Verizon, Holafly bei AT&T und T-Mobile, Nomad, Roamic und Yesim bei AT&T und Verizon. Saily nennt für die USA kein Netz (Stand: 26.10.2026, Quellen: Anbieterseiten). Für klassische Südwest-Roadtrips ist die Kombination aus zwei Netzen ein echtes Argument, weil sie Lücken eines einzelnen Netzes abfedert.
Welcher Tarif für wen
Für 1 bis 2 Wochen Städtereise (New York, Miami, Chicago) reichen 10 GB locker, hier ist Roamic mit 7,99 Euro der Preissieger, Nomad folgt mit 11,61 Euro. Für 3 bis 4 Wochen Roadtrip mit Navigation, Hotspot fürs Tablet und Foto-Backups sind 50 GB (Nomad für 26,78 Euro als Aktionspreis am Prüftag, Roamic für 37,99 Euro) oder Unlimited mit benannter Drossel (Saily, 40,99 Euro für 15 Tage mit 5 GB pro Tag) realistischer. Wie du deinen Bedarf ausrechnest, steht im Guide Wie viel GB brauche ich im Urlaub?.
Für wen diese Tarife nichts sind: Wer eine US-Rufnummer braucht, etwa für Restaurant-Reservierungen per SMS oder als Kontakt für Vermieter, ist mit einer lokalen Prepaid-SIM besser bedient, reine Daten-eSIMs haben keine Nummer. Eine Ausnahme bietet Airalo: Für die USA gibt es dort zusätzlich Tarife mit Telefonnummer, Minuten und SMS, die nicht in unserem Datenvergleich stehen. Wer von den USA aus weiter nach Puerto Rico oder auf die Amerikanischen Jungferninseln reist, fährt mit Ubigi gut: Die Abdeckung schließt beide Gebiete ausdrücklich ein, dazu Hawaii, aber nicht Alaska. Airalo nennt Hawaii und Puerto Rico, Alaska nur mit eingeschränkter Verfügbarkeit. Roamic gilt ausschließlich in den USA, ein Abstecher nach Kanada oder Mexiko ist damit nicht abgedeckt. Und für Gruppen, die einen Hotspot dauerhaft teilen wollen, scheidet Holafly mit seiner 1-GB-Tagesgrenze aus.
Noch ein Kalender-Hinweis zum Schluss: Die Hurrikansaison in Florida kannst du dir sparen. Ob dein Reisemonat zum Ziel passt, checkst du im Reisezeit-Finder.