Japan ist das Reiseziel, an dem dein Datenverbrauch am ehesten explodiert: Du navigierst durch Bahnhöfe mit 30 Ausgängen, fotografierst Speisekarten für die Übersetzungs-App und suchst dreimal am Tag die richtige Zugverbindung heraus. Deshalb ist die Tarifwahl hier weniger eine Preisfrage als eine Mengenfrage. Der Vergleich, Nachteile zuerst.
Nachteile zuerst
Airalo macht auf der Japan-Seite keine Angaben zu Hotspot, Netzgeschwindigkeit und Fair-Use (Stand: 27.08.2026, Quelle: airalo.com). Nomad drosselt seinen Unlimited-Tarif nach einem täglichen Kontingent auf 512 kbit/s, beziffert dieses Kontingent aber nicht. Saily nennt in den AGB nur „entweder 3 GB oder 5 GB” pro 24 Stunden, danach 1 Mbit/s, und legt nicht offen, welcher der beiden Werte für Japan gilt; auf der Länderseite wirbt Saily mit unbegrenztem Hotspot, in den AGB ist „übermäßiges Tethering über die gelegentliche persönliche Nutzung hinaus” verboten. Holafly nennt gar keine Fair-Use-Grenze, begrenzt den Hotspot aber offiziell auf 1 GB pro Tag. Bei Saily solltest du außerdem das Aktivierungsfenster im Blick behalten: 180 Tage nach dem Kauf aktiviert sich die eSIM automatisch, auch ohne Reise. Und wie bei fast allen Reise-eSIMs gilt: keine japanische Rufnummer, was bei manchen Restaurant-Reservierungssystemen ein Nachteil sein kann.
Zur Währung: Am Prüftag zeichnen alle fünf Anbieter, also Airalo, Nomad, Saily, Ubigi und Holafly, ihre Preise für deutsche Besucher in Euro aus. Wir mussten also nichts umrechnen, und ein Fremdwährungsentgelt deiner Bank fällt beim Kauf in Euro in der Regel weg.
Die Tarife im Vergleich
| Anbieter und Tarif | Preis | GB | Hotspot | Fair-Use | Der Haken |
|---|---|---|---|---|---|
| Nomad 1 GB, 7 Tage | 3,42 € | 1 | ja | keine Angabe | in Japan realistisch nach 1 bis 2 Tagen leer |
| Saily 1 GB, 7 Tage | 3,49 € | 1 | laut Seite ja, laut AGB kein Dauer-Tethering | keine Angabe | wie oben, nur als Backup sinnvoll |
| Ubigi 3 GB, 15 Tage | 7,50 € | 3 | ja | keine Angabe | knapp für mehr als 4 bis 5 Tage |
| Nomad 10 GB, 30 Tage | 13,70 € | 10 | ja | keine Angabe | günstigster 10-GB-Tarif im Vergleich |
| Saily 10 GB, 30 Tage | 15,99 € | 10 | laut Seite ja, laut AGB kein Dauer-Tethering | keine Angabe | Netz KDDI und SoftBank, hier immerhin ausgewiesen |
| Airalo 10 GB, 30 Tage | 16,00 € | 10 | k. A. | keine Angabe | nur Softbank, keine Angaben zu Hotspot und Tempo |
| Ubigi 10 GB, 30 Tage | 16,50 € | 10 | ja | keine Angabe | KDDI und Docomo, kein Softbank |
| Nomad Unlimited, 7 Tage | 21,40 € | unbegrenzt | ja | Drossel auf 512 kbit/s nach Tageslimit | Tageslimit wird nicht beziffert |
| Holafly Unbegrenzt, 7 Tage | 25,50 € | unbegrenzt | 1 GB pro Tag | Grenze nicht offengelegt | Hotspot-Grenze für Gruppen zu knapp |
| Saily Unbegrenzt, 15 Tage | 43,49 € | unbegrenzt | laut Seite ja, laut AGB kein Dauer-Tethering | 3 oder 5 GB pro 24 Stunden, danach 1 Mbit/s | welcher der beiden Werte gilt, sagt Saily nicht |
| Airalo Unbegrenzt, 30 Tage | 61,50 € | unbegrenzt | k. A. | keine Angabe | teuer und ohne Hotspot-Angabe |
| Ubigi Unlimited, 30 Tage | 65,00 € | unbegrenzt | ja | 60 GB voll, dann 2 Mbit/s | teuerster Tarif im Vergleich |
Stand: 27.08.2026, Quellen: airalo.com, saily.com, nomadesim.com, cellulardata.ubigi.com, esim.holafly.com. Alle Preise sind Euro-Listenpreise der Anbieter ohne Rabattcodes. Preis pro GB und alle weiteren Tarife stehen im eSIM-Vergleich für Japan, der Gesamtüberblick im eSIM-Index.
Zu den Netzen: Ubigi nutzt KDDI und NTT Docomo, Nomad KDDI au und SoftBank, Saily KDDI und SoftBank, Holafly KDDI und Softbank, Airalo Softbank. Japan ist übrigens das einzige Land, für das Saily den lokalen Netzbetreiber überhaupt nennt. Alle großen japanischen Netze sind in den Metropolen und entlang der Shinkansen-Strecken sehr gut ausgebaut; verlässliche Unterschiede zwischen den Anbietern können wir aus den Tarifdaten nicht ableiten und behaupten sie deshalb auch nicht.
Warum Japan mehr Daten frisst
Drei Dinge laufen in Japan praktisch dauernd: Karten-Navigation (Bahnhöfe wie Shinjuku sind eigene Labyrinthe), Verbindungssuche in Bahn-Apps und die Übersetzungs-App, oft mit Kamera für Speisekarten und Automaten. Dazu kommen Foto-Uploads und Messenger. Eine offizielle Verbrauchsstatistik dafür gibt es nicht, unsere Empfehlung ist deshalb als konservative Schätzung gekennzeichnet: Plane 0,7 bis 1 GB pro Tag statt der üblichen 0,5 GB, die Herleitung mit belegten Einzelwerten steht im Guide Wie viel GB brauche ich im Urlaub?.
Für 1 Woche heißt das 5 bis 7 GB, für 2 Wochen 10 bis 14 GB. Der 10-GB-Tarif von Nomad (13,70 Euro) passt damit gut für 2 Wochen, wird bei 3 bis 4 Wochen aber knapp: Dann sind zwei 10-GB-Pakete, das 20-GB-Paket von Saily für 21,99 Euro oder ein Unlimited-Tarif (Saily, 43,49 Euro für 15 Tage) ehrlicher gerechnet.
Pocket WiFi: die ehrliche Alternative für Gruppen
Vor der eSIM war das gemietete Pocket WiFi der Standard in Japan, und für Gruppen ist es das teilweise noch. Die Zahlen von Ninja WiFi, einem der großen Vermieter (Quelle: ninjawifi.com, von uns im Juli 2026 geprüft und beim eSIM-Update nicht erneut kontrolliert): 4G mit 5 GB pro Tag für 1.100 Yen pro Tag, 4G ohne Tageslimit für 1.980 Yen pro Tag, 5G ohne Limit für 2.200 Yen pro Tag. Preise in Yen, den aktuellen Umrechnungskurs musst du selbst prüfen.
Die Rechnung für 4 Personen und 14 Tage: ein geteiltes Pocket WiFi (4G, unbegrenzt) kostet 27.720 Yen, also 6.930 Yen pro Person. Vier einzelne Saily Unlimited eSIMs für 15 Tage kosten zusammen rund 174 Euro. Je nach Kurs liegt das Pocket WiFi hier vorn, vor allem aber teilt sich die Gruppe ein einziges unbegrenztes Kontingent.
Für wen Pocket WiFi nichts ist: Alleinreisende und Paare fahren mit 10-GB-eSIMs fast immer günstiger und ohne Abhol- und Rückgabe-Aufwand am Flughafen. Wer sich tagsüber trennt, hat nur in einer Teilgruppe Internet, denn der Router ist genau einmal da. Und ein zusätzliches Gerät samt Akku will auch geladen werden.
Zum Schluss der Kalender-Check: Kirschblüte und Herbstlaub sind kurze Fenster mit vollen Unterkünften. Ob dein Monat passt, zeigt der Reisezeit-Finder.