Kinderwagen und Buggy dürfen bei den großen Airlines kostenlos mit, das ist die gute Nachricht. Die schlechte kommt oft erst am Gepäckband: Der Wagen liegt mit frischen Kratzern, einem verbogenen Rahmen oder einem klemmenden Rad da. Wir haben die Regeln von Lufthansa, Ryanair und easyJet zusammengetragen, jede Angabe mit Quelle und Stand 27.08.2026, und fangen mit dem Teil an, den die Airlines gern klein schreiben.
Zuerst das Risiko: der Wagen kommt oft beschädigt zurück
Ein am Gate abgegebener Kinderwagen wird behandelt wie Sperrgepäck. Er läuft über das Rollband oder per Hand in den Frachtraum und wieder heraus, beim Umsteigen gleich mehrfach. Kratzer, gebrochene Räder, verbogene Achsen und aufgerissener Stoff sind keine Seltenheit, gerade bei filigranen Gestellen.
Grundsätzlich hast du bei Beschädigung oder Verlust Anspruch auf Schadensersatz wie bei jedem aufgegebenen Gepäckstück (Quelle: ADAC, von uns im Juli 2026 geprüft). In der Praxis ist die Haftung aber gedeckelt, normale Gebrauchsspuren zählen selten als ersatzpflichtiger Schaden, und bis ein teurer Wagen ersetzt ist, vergehen Wochen. Wichtig deshalb: Melde jeden Schaden sofort am Flughafen, am besten noch im Ankunftsbereich am Schalter, sonst hast du später kaum eine Handhabe.
Die schnelle Antwort
| Airline | Kostenlos? | Wo abgeben | Grenze |
|---|---|---|---|
| Lufthansa | Ja, faltbarer Buggy pro Kleinkind | am Abflug-Gate | muss vollständig faltbar sein |
| Ryanair | Ja, 1 Buggy plus 1 Kindersitz oder Reisebett | bis zur Flugzeugtreppe | bis 20 kg |
| easyJet | Ja, bis zu 2 Kinderartikel pro Kind | Bag Drop oder Gate | Transport im Frachtraum |
Stand: 27.08.2026. Quellen: Lufthansa (Fliegen mit Kleinkind), Ryanair Help Centre (via madeformums), easyJet (Flying with children).
Was die drei großen Airlines konkret erlauben
Bei Lufthansa nimmst du den Buggy oder Kinderwagen kostenlos bis zum Abflug-Gate mit, dort kümmert sich das Personal um die Verladung, und du bekommst ihn am Ziel wieder ausgehändigt. Bedingung: Der Wagen muss vollständig faltbar sein. Ein sehr kleiner, auf Handgepäckgröße faltbarer Pocket-Buggy darf sogar mit in die Kabine, angerechnet auf dein Handgepäck (Stand: 27.08.2026, Quelle: Lufthansa). An einigen Flughäfen wird der Wagen allerdings nicht bis zur Flugzeugtür gebracht, sondern schon früher abgegeben, Lufthansa führt dafür eine Liste von Ausnahmeflughäfen.
Ryanair erlaubt pro Kind einen Kinderwagen oder Buggy plus einen weiteren Artikel wie Kindersitz, Sitzerhöhung oder Reisebett kostenlos, zusammen bis 20 Kilo. Den Buggy darfst du bis zur Treppe des Flugzeugs schieben und bekommst ihn dort nach der Landung zurück (Quelle: Ryanair Help Centre via madeformums, von uns im Juli 2026 geprüft).
easyJet transportiert bis zu zwei Kinderartikel pro Kind kostenlos im Frachtraum, darunter Buggy, Kinderwagen, Zwillingsbuggy, Kindersitz, Reisebett oder Rückentrage. Du gibst sie entweder am Bag Drop vor der Sicherheitskontrolle ab oder, wenn du sie bis zum Gate brauchst, direkt vor dem Einsteigen. Zurück gibt es sie am Gepäckband (Stand: 27.08.2026, Quelle: easyJet).
Kurz zusammengefasst gilt für praktisch jede Airline: Der Kinderwagen fährt fast immer kostenlos mit, große sperrige Modelle solltest du am Sondergepäckschalter aufgeben (Quelle: ADAC, von uns im Juli 2026 geprüft).
So läuft der Gate-Check ab
Beim Gate-Check schiebst du den Wagen bis zum Flugzeug, klappst ihn an der Tür zusammen und übergibst ihn dem Bodenpersonal. Das Kind kannst du also bis zur letzten Minute schieben, ein großer Vorteil auf langen Wegen durch den Terminal. Nach der Landung steht der Wagen im besten Fall wieder an der Flugzeugtür, je nach Flughafen aber auch erst am Gepäckband (Quelle: ADAC, von uns im Juli 2026 geprüft). Plane an großen Umsteigeflughäfen etwas Geduld ein, hier taucht der Buggy oft erst am Band auf. Viele Flughäfen stellen im Transit außerdem Leih-Buggys bereit, falls dein eigener Wagen unterwegs ist.
Schutzhülle: sinnvoll, aber kein Rundumschutz
Eine Transporttasche oder Schutzhülle hält Dreck, Öl vom Rollband und Nässe ab und verhindert, dass sich Gurte in der Fördertechnik verhaken. Gegen einen Sturz aus zwei Metern Höhe oder einen zerdrückten Rahmen hilft sie nicht. Für einen einfachen Buggy lohnt die Hülle kaum, für einen teuren Kinderwagen mit empfindlichem Gestell ist sie das Geld wert. Fotografiere den Wagen vor dem Abflug von allen Seiten, das erleichtert eine spätere Schadensmeldung enorm.
Reisebuggy als Alternative
Wer oft fliegt, viel umsteigt oder einen hochwertigen Wagen schonen will, fährt mit einem leichten Reisebuggy oft besser. Modelle unter etwa 7 Kilo lassen sich klein falten, überstehen den Frachtraum robuster und passen bei einigen Airlines wie Lufthansa als Pocket-Buggy sogar in die Kabine (Stand: 27.08.2026, Quelle: Lufthansa). Ob dein zusammengefalteter Buggy als Handgepäck durchgeht, hängt an den Maßen deiner Airline. Das prüfst du vorab im Gepäck-Checker, und was sonst mit an Bord darf, steht in unserem Überblick was darf ins Handgepäck.
Ein Reisebuggy ist aber nicht für alle die Lösung: Für Neugeborene, die noch flach liegen müssen, taugt er nicht, und bei sehr unebenem Pflaster am Zielort stößt er mit seinen kleinen Rädern schnell an Grenzen.
Für wen sich was lohnt, für wen nicht
Den eigenen großen Kinderwagen bis zum Gate mitzunehmen passt für alle, die am Zielort auf Federung und liegende Position angewiesen sind und das Beschädigungsrisiko in Kauf nehmen. Es passt nicht für alle mit einem teuren, empfindlichen Modell und mehreren Umstiegen, denn dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass etwas bricht.
Der Reisebuggy passt für Vielflieger und Städtereisen mit festem Untergrund. Er passt nicht für die ersten Lebensmonate und nicht für Sand, Feldwege oder Kopfsteinpflaster. Und egal welche Variante: Vergleiche vor der Buchung die konkrete Airline, denn Kinderwagen ist nicht gleich Kinderwagen, sobald es um Maße, Gewicht und Abgabeort geht.