Der Januar ist der Monat, in dem zu Hause alles grau ist und der Wunsch nach Wärme am größten. Die gute Nachricht: Die Trockenzeit in Südostasien und der Hochsommer auf der Südhalbkugel liefern jetzt einige der zuverlässigsten Werte des Jahres. Die ehrliche Nachricht: Fast alles davon liegt auf der Langstrecke, und ein Klassiker unter den Zielen fällt komplett durch. Hier sind alle zwölf Destinationen aus unserem Klimadatensatz, sortiert nach Tagestemperatur, Regentagen und Meerestemperatur, nicht nach Katalogpreisen (Stand: 27.08.2026).
Wo dich der Januar reinlegt
Der teuerste Irrtum heißt Bali. 31 Grad klingen tropisch, aber der Januar ist mit 19 Regentagen der nasseste Monat des Jahres, dazu drückende Schwüle und häufig angespülter Müll an den Südstränden. Für Strand und Sonne ist das die schlechteste Wahl im ganzen Datensatz. Warum sich das erst ab Mai dreht, steht im Detail in der Regenzeit auf Bali.
Der zweite Irrtum ist das Mittelmeer. Wer im Januar auf Restwärme an der türkischen Riviera oder der Algarve hofft, wird enttäuscht: Antalya kommt auf 15 Grad, Faro auf 16 Grad, beide Meere unter 18 Grad. Mild zum Wandern, aber nicht warm. Und Tokio ist mit 10 Grad schlicht Winter.
Gut im Januar
Thailand (Andamanenküste): 33 Grad, nur 4 Regentage, 28 Grad warmes Meer. Trockenzeit vom Feinsten, viel Sonne und ruhige See. Der Haken ist der Kalender der anderen: Hauptsaison mit entsprechend höheren Zimmerpreisen. Nicht passend, wenn du Ruhe und Schnäppchen suchst. Den ganzen Jahresvergleich gibt es zur besten Reisezeit Thailand.
Süd-Vietnam: 32 Grad bei nur 2 Regentagen, das Meer bei Vung Tau hat 25 Grad. Klimatisch top und meist etwas günstiger als Thailand. Achtung: Der Norden um Hanoi ist im Januar kühl und grau bei 17 bis 20 Grad, der Januar-Traum gilt nur für den Süden.
Kapstadt (Südafrika): 29 Grad, nur 2 Regentage, Hochsommer am Westkap. Stark für Roadtrips und Weinregionen. Ehrliche Einschränkung: Der Atlantik bleibt mit 19 Grad frisch, echter Badeurlaub findet woanders statt, und der Südsommer ist Hauptsaison.
Cancún (Mexiko): 28 Grad, 6 Regentage, 25 Grad warmes Karibikmeer in der Trockenzeit. Nicht passend, wenn du günstig willst: Der Januar ist Hauptsaison mit hohen Preisen.
Miami (USA): 25 Grad, 8 Regentage, Meer bei 22 Grad, mitten in der Trockenzeit und weit weg von der Hurrikansaison. Auch hier ist Winter Hochsaison. Wer mehr Wärme fürs gleiche Flugbudget will, fliegt weiter nach Cancún.
Okay mit Abstrichen
Sydney (Australien): 27 Grad, 23 Grad warmes Meer, Hochsommer der Südhalbkugel. Klimatisch gut, aber mit 8 Regentagen nicht regenfrei, und es ist teure Hauptsaison mit vollen Stränden. Die Langstrecke lohnt erst ab etwa drei Wochen.
Ägypten (Hurghada): 22 Grad, 0 Regentage, Rotes Meer bei 23 Grad. Das einzige Kurzstreckenziel mit brauchbarer Januar-Wärme, tagsüber mild und trocken. Abstriche: kühle Abende und ein Meer, das eher nach Neoprenshorty ruft. Nicht passend, wenn du 30 Grad und Poolabende erwartest.
Eher nicht im Januar
Bali: 19 Regentage, Regenzeit-Maximum. Türkei (Antalya): 15 Grad, 12 Regentage, zu kühl zum Baden. Algarve (Portugal): 16 Grad, mild, aber warm ist anders. Marrakesch (Marokko): 18 Grad tagsüber, nachts empfindlich kühl, gut für die Medina, aber kein Badeziel. Tokio (Japan): 10 Grad, trockener Winter, in einer Warm-Liste falsch.
Zu Marokko gehört eine Einordnung dazu: Die siebenjährige Dürre wurde am 12. Januar 2026 offiziell für beendet erklärt, der Winterniederschlag lag 17 Prozent über dem Saisonmittel. Die strukturelle Wasserknappheit bleibt trotzdem, sparsamer Umgang mit Wasser ist in Marrakesch weiter angebracht.
Alle 12 Ziele im Überblick (Januar)
Flugzeiten sind grobe Richtwerte ab Deutschland.
| Ziel | Tag | Wasser | Regentage | Flugzeit | Einordnung |
|---|---|---|---|---|---|
| Thailand (Andamanenküste) | 33 °C | 28 °C | 4 | ca. 12 h | Gut |
| Süd-Vietnam | 32 °C | 25 °C | 2 | ca. 12 h | Gut |
| Kapstadt (Südafrika) | 29 °C | 19 °C | 2 | ca. 11 h | Gut, Meer frisch |
| Cancún (Mexiko) | 28 °C | 25 °C | 6 | ca. 12 h | Gut, Hauptsaison |
| Miami (USA) | 25 °C | 22 °C | 8 | ca. 10 h | Gut, Hauptsaison |
| Sydney (Australien) | 27 °C | 23 °C | 8 | ca. 22 h* | Okay, Hauptsaison |
| Ägypten (Hurghada) | 22 °C | 23 °C | 0 | ca. 4,5 h | Okay, mild |
| Bali | 31 °C | 29 °C | 19 | ca. 16 h* | Eher nicht, Regenzeit |
| Türkei (Antalya) | 15 °C | 18 °C | 12 | ca. 3,5 h | Eher nicht, zu kühl |
| Algarve (Portugal) | 16 °C | 17 °C | 6 | ca. 3 h | Eher nicht, zu kühl |
| Marrakesch (Marokko) | 18 °C | kein Badeziel | 4 | ca. 3,5 h | Eher nicht (Stadt okay) |
| Tokio (Japan) | 10 °C | 16 °C | 5 | ca. 13 h | Eher nicht, zu kalt |
Stand: 27.08.2026, Quellen: siehe Quellenliste (Wikipedia, weather-atlas, climate-data.org je Ziel). * nur mit Umstieg, nonstop nicht verfügbar.
Wie wir die Zahlen führen: Lufttemperaturen und Regentage sind 30-Jahres-Normale der Periode 1991 bis 2020. Die Meerestemperaturen stammen dagegen aus einem fortlaufenden NOAA-Datensatz, sind also keine feste Normale und verschieben sich über die Jahre leicht nach oben. Wir führen sie deshalb als Näherungswerte (Stand: 27.08.2026).
Die Januar-Logik: Wärme kostet Flugstunden
Der Januar ist ehrlich in seiner Härte: Alle wirklich warmen Ziele liegen jenseits von zehn Flugstunden, das einzige Kurzstreckenziel mit Sonne ist Ägypten, und dort ruft das Meer nach Neopren. Ein Vorteil gegenüber dem Dezember bleibt: Nach dem Jahreswechsel geben die Feiertagspreise etwas nach, und Südostasien ist im Januar sogar noch etwas trockener. Wer erst im Dezember vergleicht, zahlt für dieselben Ziele oft mehr.
Für andere Monate sortiert dir der Reisezeit-Finder alle zwölf Ziele neu, und was für die Trockenzeit in den Koffer gehört, klärt die interaktive Packliste.